„Besinnen auf den Atem …

Der Atem: Dein stetiger Begleiter und bester Freund

Der Atem ist ein ständiger Begleiter, den wir als Anker und Freund für uns nutzen können. Ja, wir können ihn zu unserem besten Freund machen – jemanden, der uns durch alle Lebenssituationen hindurch begleitet und uns stets daran erinnert, wie lebendig wir sind.

Als ich mich ohne Schutz und Struktur des Klosters wiederfand, suchte ich nach einer Meditations- und Achtsamkeitsübung. Ich brauchte einen Anker, der mich über Jahre hinweg begleitet, der mir jederzeit zugänglich ist – egal, was ich gerade tue. Eine Übung, die mich immer wieder nach Hause führt: nach Hause zu meinem wahren Selbst, zu jenem Zuhause, das wir alle in uns tragen.

So lud ich meinen Atem ein, um mein bester Freund zu sein.

Warum das Ganze?

Diese Frage werde ich immer wieder gestellt. Meine Erfahrung ist folgende: Sobald ich mich mit meinen Gedanken, Gefühlen, Emotionen, Plänen und Zielen identifiziere, verliere ich mich leicht in meinen Rollen. Ich sehe und fühle nicht mehr klar, was der Moment gerade braucht.

Wenn wir uns mit unseren Rollen, unseren Bewertungen (dem vermeintlichen Richtig und Falsch) sowie unseren Gedanken und Emotionen identifizieren: Wer ist dann da, um uns daran zu erinnern, dass wir viel mehr sind? Dass wir im Kern göttliche Wesen sind? Wer hilft uns, kurz innezuhalten? Wer führt uns zurück in unsere Mitte? Wer unterstützt uns dabei, uns neu auszurichten?

Über den Atem kehren wir aus dem Gedankenkarussell zurück in den physischen Körper. Wir erkennen unsere Grundbedürfnisse wieder – sei es die Körperhaltung, Hunger und Durst oder unser Energielevel (müde oder munter) – und können entsprechend handeln.

Meine Praxis entwickeln: Eigene Achtsamkeitsglocken

So habe ich mich selbst „programmiert“. Ich legte fest, wann ich mich an meinen Atem erinnern möchte, und begann zu praktizieren. Die Jahre im Kloster der Achtsamkeitsmeditation halfen mir dabei, meinen Fokus leichter zu halten und geduldig sowie mitfühlend mit mir selbst umzugehen.

Denn so wie im Kloster die Achtsamkeitsglocken uns daran erinnern, zu uns selbst zurückzufinden, erfand ich meine eigenen Werkzeuge und Signale für den Alltag.

Mein Werkzeug ist zum Beispiel das rote Licht der Ampel: Jedes Mal, wenn es rot wird, atme ich dreimal bewusst. Oder der Klingelton meines Handys: Er ist mein Signal, kurz die Schultern fallen zu lassen und tief einzuatmen.

Ich experimentierte weiter. Ich fragte mich: Was würde für mich am besten funktionieren? Was geht in mich über wie Muttermilch? Damit meine ich: Was löst in mir ein solches Wohlwollen aus, dass mein Inneres mit einem klaren „JA“ antwortet? Eine Meditationsübung darf genau das sein: Sie sollte etwas in mir stärken, das bereits da ist. Sie darf meiner Natur entsprechen und mir Freude bringen.

Schließlich sagte ich mir: „Alle Impulse im Alltag, die in mir ein mittelmäßiges bis schweres Unbehagen oder eine übermäßige Freude auslösen, werden ab nun meine Achtsamkeitsglocken sein.“ Sie erinnern mich an meinen Atem. Sie führen mich zurück zu mir selbst. Sie lassen mich bestmöglich innehalten, um mich zu fühlen.

Was hat es mir gebracht?

Nun, es ist nach wie vor meine lebendige Praxis. Sie hilft mir, bewusster zu werden, ganz ohne dass ich dafür ein Meditationskissen benötige. Sie erlaubt mir, mich auch jenseits der Klostermauern begleitet zu fühlen von einer stetig wachsenden Präsenz.

Oder sollte ich sagen: Ich bin mehr und mehr anwesend, um diese Präsenz wahrzunehmen, die mich und alles durchdringt? Eine Präsenz, die jenseits von Worten und meinem Verstand wirkt – wofür es verschiedene Namen gibt, die alle nur wie ein Finger sind, der auf den Mond und die Gestirne zeigt.

Eine Mini-Übung zum Sofort-Machen

Lesen Sie diesen Satz nicht weiter. Spüren Sie stattdessen Ihren nächsten Atemzug. Ist er kühl oder warm? Kurz oder lang? Nehmen Sie nur diesen einen Atemzug wahr. Willkommen zu Hause.

Lust auf mehr?

Der Atem ist eine von vielen Türen zur inneren Einkehr. Darüber hinaus arbeite ich mit Elementen aus Yoga, Chi Gong und dem Gebet. Ich lade ein zu Hingabe und Vergebung, zur künstlerischen Gestaltung – meist über Farben –, zu ehrlicher Kommunikation sowie zu Praktiken der Selbstermächtigung und der Führung durch deine eigene Wahrnehmung im jeweiligen Moment.

Somit ist es für mich weniger ein Arbeiten mit Techniken, als vielmehr ein Ergründen und ein echtes Begegnen im Hier und Jetzt.

Ich teile meine Lebenserfahrungen, diese vielfältigen Werkzeuge und das Präsentsein im Hier und Jetzt gerne in Einzelsitzungen, Kursen, Workshops sowie in Vorträgen für Jugendliche und Erwachsene. Wenn du spürst, dass es Zeit ist, tiefer einzutauchen, freue ich mich darauf, dich kennenzulernen.